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Ich muss echt sagen, dass bis vor Kurzem Facebook schrittweise für mich fast schon zu einer der am wenigsten geöffneten und uninteressantesten Seiten wurde. Das war, bis ich wieder auf die Möglichkeit des in Kontakt treten mit anderen Individuen aufmerksam geworden bin, diesmal aber nicht nur Freunden sondern auch Menschen, mit denen man Ansichten und Einstellungen teilt und sich über diese austauschen kann.

Manch einer denkt sich jetzt sicher, na gut aber was hat Facebook denn bitte mit dem Titel dieses Posts zu tun. Das ist passiert → also ich habe eben folgenden Post einer veganen Facebook Freundin, Josephine, gesehen und kommentiert:

„Das „Argument“, das ich tausendfach gehört habe: „Ohne Fleisch, Milch und Käse könnte ich nicht leben“.
Well….you can. Meine Frage dazu ist jedesmal: Was würde denn passieren, wenn Du es einfach mal tun würdest? Nichts. Überhaupt nichts. Es gibt keine Entzugserscheinungen, Depressionen, Krämpfe oder sonstige Beeinträchtigungen.
Es passieren im Gegenteil nur wunderbare Dinge. Man entdeckt, wie einseitig man sich vorher ernährt hat, entdeckt ein riesiges Universum an Lebensmitteln, Gemüse, Obst, Getreide, Leguminosen, Pilzen, Nüssen und anderen Leckereien, die man vorher weder gegessen noch ihre Existenz erahnt hatte. Und man fühlt sich besser, leichter, schuldfreier gegenüber der Tiere und unserer Welt.Das berichten alle Veganer, und das kann ja nun wirklich kein Zufall sein. Also….man kann nicht nur ohne Fleisch, Fisch, Milch, Eier und Käse leben….man sollte es sogar. Für sich selbst, für die Tiere und für unsere Erde.“

Andreas Bär Läsker

Mein Kommentar auf diesen Post war, dass ich am Osterwochenende eben genau eine solche Situation wieder erlebt hatte.

Ich wurde von zwei zwölf jährigen Mädels, die Tochter der einen Freundesfamilie meiner Gastfamilie und ihrer mitgebrachten Freundin, ganz mitleidig angeschaut und darauf angesprochen, dass sie sich ja niemals vorstellen könnten, mein Frühstück zu essen.. ich hatte eine große Schale mit frischem Obst vor mir (Papaya, Mango, Nektarine, Banane, Pflaume.. was gibts besseres?!?!). Meine Antwort war, dass wenn sie es mal ausprobieren und merken würden, wie viel Energie sie danach hätten, sicher auch häufiger mal essen würden. Danach haben sie sich Würstchen, Rührei und Speck reingehauen (dessen Konsum, falls manche nicht mitbekommen haben sollten, seit Ende 2015 von der WHO als so krebserregend wie rauchen eingestuft wurde – also der Konsum von rotem und „processed“ Fleisch).

Im Nachhinein hätte ich gerne geantwortet, dass ich mir im Gegenzug nicht vorstellen kann, zum Frühstück Leichenteile und Menstruationsprodukte auf meinem Teller liegen zu haben (sorry Leute aber ich nenns nun mal beim Namen und verwende keine Euphemismen mehr) aber dann warf Josephine folgendes ein: Es sind halt eben Kinder, die das nachleben,  was ihnen vorgelebt und eingetrichtert wird. Am Ende hätte ich sie womöglich noch komplett verstört und mir etwas von ihren Eltern anhören dürfen :P Als ich das geschrieben habe, meinte meine vegane Facebookfreundin jedoch, dass sie ja geplatzt wäre, hätte sie mitansehen müssen, wie Eltern ihren Kindern Sterbehilfe verabreichen.

Im Prinzip bin ich das auch, jedoch kann ich mich nicht, jedenfalls noch nicht, bei meinen Gasteltern unbeliebt machen. So oft würde ich gerne meiner Gastmutter sagen, wie sie ihren Kleinen vergiftet, wenn sie ihm noch ein Stück Speck in den Mund schiebt. Er hat ja gar keine Chance nein zu sagen, oder alternativ das Gemüse zu wählen, wenn nur ein Teller voller Ei und Speck und Würstchen vor ihm steht. Ich verzeichne das Ganze mittlerweile schon als fahrlässige Körperverletzung, ja nennt mich radikal und vielleicht bin ich das nun auch ein wenig geworden. Nur ihr müsst verstehen, beschäftigt man sich erstmal mit dem Thema, beließt sich und schaut informative Dokus/Filme (mehr dazu unter Sehenswert)  dann KANN man einfach nicht mehr wegsehen.

Dann macht einen eben die Grausamkeit und Naivität so vieler wütend und traurig zugleich. Und ich glaube, vor diesem Erwachen haben so viele auch Angst. Man kann niemanden dazu zwingen seine Angst abzulegen, das muss jeder für sich selbst in die Hand nehmen und bewältigen. Man kann jemanden lediglich an die Hand nehmen und signalisieren, dass man für einen da ist. Missionieren bringt gar nichts, Leute die aber solche Posts wie beispielweise diesen hier als Missionierungsversuch verbuchen, sorry aber ihr verschließt einfach nur eure Augen vor dem Offensichtlichen und versucht eure Angst vor der Wahrheit bzw. eure Abwehrhaltung auf die „Radikalität der Andersdenker“ zu schieben. Niemand kann euch zwingen Euch zu verändern, nur dann zwingt bitte auch keinem anderen auf, ihren Körper und die Welt zu vergiften (Global Greenhouse Emissions zu 13% durch alle Transportmittel der Erde und zu 18% durch Viehzucht verursacht. Source: Cowspiracy).

Kinder sind da eine ganz heikle Sache. Auch während einer mündlichen Englischprüfung Ende Januar hat mich meine Dozentin gefragt, wie ich zu der Ernährung von Kindern stehe, da diese ja gewisse Nährstoffe brauchen und ob ich schon mal darüber nachgedacht hätte, wie ich meine Kinder zukünftig ernähren würde. Der Vortrag ging über die gesundheitlichen Konsequenzen, verursacht durch den Konsum von Fleisch und Milchprodukten. Da meine Mutter sowie meine drei Schwestern sich auch vegan (meine Mutter sagt immer, wichtig ist gesund dh. frisch, vollwertig, ausgewogen bio, was nur vegan nicht zwangsläufig bedeutet. Man kann ja schließlich auch Pommes mit Ketchup essen und hätte was veganes vor sich -true story) ernähren, konnte ich diese direkt als Beispiel heran ziehen.

Meine zwei jüngsten Schwestern haben einige Unverträglichkeiten, darunter Gluten und Weizen. Außerdem hatten die Beiden Neurodermitis und Asthma. Alle Symptome haben sich seit der veganen bzw. gesunden Ernährung verbessert und sind teils sogar komplett verschwunden. Das zeigt mir als reales Beispiel, dass Nahrung einen ganz ganz großen Effekt auf die Gesundheit hat (darüber folgt demnächst noch ein weiterer Post, dessen Grundidee schon in meinem Kopf schwirrt). Aber genau so wie Nahrung Gesundheit zum Positiven beeinträchtigen kann, kann sie das eben auch zum Negativen. Und wer möchte seinem Kind bewusst (bzw. in vielen Fällen ist es ja unbewusst) gesundheitlichen Schaden zufügen?

Ich glaube das große Problem liegt einfach darin, dass die Fleisch und Milchindustrie einen so unfassbar großen Einfluss auf die Bevölkerung hat, und das seit Jahren. Ich habe letztens gelesen, dass im Gegensatz zu Pflanzenmilch (Soja-, Reis-, Madenldrink etc.), die mit 19% Mehrwertsteuer besteuert wird, Kuhmilch hingegen nur mit 7% MwSt ausgestattet ist. Das allein zeigt doch schon die Subventionierung der Milchindustrie.

Ammenmärchen wie „Das Kalzium der Milch sei so wichtig für die Knochen“ haben sich tief in die Hirne der Mehrheit gebrannt, danke zahlreicher Kampagnen. Natürlich ist es da schwer, als Unwissender seinen Kindern als gutes Beispiel voran zu gehen. Nur da kommen wir wieder zu dem Problem, dass zu viele, sobald sie nur das Wort VEGAN lesen, die Hände auf die Ohren klatschen und am Besten gleichzeitig die Augen verschließen, um ja nicht Radikales hören und sehen zu müssen, was vielleicht die Ansichten und dann die Gewohnheiten ändern würde. Wir befinden uns in einem Teufelskreis, der leider nur mit Aufmerksam machen und kontinuierlichen „am Ball bleiben“ zu verändern ist. Wie sagt man doch so schön Der stete Tropfen höhlt den Stein.

Ach und übrigens, wenn der ein oder andere meiner „Freunde“ mittlerweile die Schnauze voll hat von meinen Ansichten (die sich nun mal in den letzten Monaten grundlegend verändert haben) und der Kuntuung dieser hat, dann löscht mich doch einfach bei Facebook und/oder brecht den Kontakt ab, denn es wird nur noch weiter gehen. Ich brauche wirklich niemanden, der mich für die Art und Weise wie ich denke und mittlerweile nun mal lebe, verurteilt, daran behindert und durch negatives Denken in einem Zustand der Vergangenheit festhält.

Ich hatte in dem vorosterlichen Post ja erwähnt, dass ein Freund sich über meine Osternachricht beschwert hat und darüber, dass ich einen Versuch unternommen hätte, ihn dadurch „zu bekehren“. Das hat mir ziemlich zu denken gegeben und ich bin wirklich zu dem Schluss gekommen, das Ganze ist mittlerweile nun mal ein Teil von mir und ich werde mir weder meine Meinung, noch meinen Mund  (bzw in diesem Fall das schreiben und somit meine Finger) verbieten lassen. Außerdem habe auch ich keine Lust ständig darüber nachdenken zu müssen, mit wem ich meine Gedanken teile bzw. mit wem ich diese besser nicht teile, nur damit das Bild von mir sich nicht verändert. Wer damit nicht klar kommt, darf den Raum gerne verlassen, ansonsten mich einfach bitte so akzeptieren wie ich bin. Aber es gibt auch Positives, ich freue mich wirklich sehr über die zahlreichen Fragen, die ich mittlerweile schon gestellt bekommen habe und stehe jedem jederzeit gerne für Fragen bereit. Danke und Ende.

Lxx