Hallo Deutschland - Elefanten in Afrika

Hallo Deutschland! Soo, ein Weilchen ist schon vergangen, seit dem ich das letzte Mal etwas hier geschrieben habe. Das hat mehrere Gründe… 

Erstens,

Bin ich mit meiner Gastfamilie am 2. April ganz ganz früh nach Lake Kariba, der 225km lang und 40km breit ist (also riiiesig), gefahren. Dort saß ich dann wieder mal in einem Funkloch, nicht weiter schlimm, da es ja schließlich nichts neues war. Vor Ort (eine kleine Insel namens Spurwing Island) fand der 50. Geburtstag von einer Freundin der Familie statt und es war ein Traum, da die gesamte Lodge nur von Geburtstagsgästen, somit uns, belegt war. Zuvor hatte Vanessas Tochter Kristy an den Victoria Falls geheiratet, daher bot es sich an, ihren 50. gleich im Anschluss mit zu feiern.

Das gesamte Wochenende war eine einzige Party. Meine Gasteltern hatten ein Motorboot von Freunden ausgeliehen mit dem wir ganz nah an Elefanten ran kamen (siehe Titelbild), abends bis es dunkel war mitten auf dem See laut Musik hörten, Bootparties veranstalteten und dabei den Sternenhimmel bewunderten (also ich tat das jedenfalls :D ). So großartig. Ich fuhr Montags dann mit den meisten Gästen mit einem großen Coach zurück nach Harare, wobei meine Gasteltern mit ein paar wenigen Freunden noch auf der Insel blieben. Sie planten zu dem Zeitpunkt Donnerstags früh zurück zu kommen, was mir zu heikel bezüglich meines Rückflugs Donnerstag abends war :D

Zweitens:

In Harare angekommen, stellte sich heraus, dass einige der Gäste bis zu ihrem Rückflug nach England bei uns im Haus bleiben würden. Witzigerweise kannten meine Gasteltern die Leute gar nicht (eine Mutter mit 21 jähriger Tochter und 24 jährigen Sohn + noch ein Cousin), ließen sie aber ohne Weiteres bei uns schlafen – ich bin mir noch immer unsicher, ob das mit der Kultur zusammenhängt oder einfach diesem speziellen Freundeskreis, denn auch ich wurde von ziemlich vielen eingeladen, dass ich bei ihnen unterkommen dürfte, würde ich mich jemals in ihrem Umkreis befinden (Durban, Kapstadt, Chiang Mai… why not :D ). Jedenfalls war ich als ich die Leute sah, sehr sehr skeptisch, da mir die vergangenen Tage die beiden Geschwister super arrogant und eingebildet rüber kamen. Ich vermutete sogar anfangs, sie seien ein Paar, da sie nur zusammen rumhingen haha.

Es sollte jedoch alles anders kommen (ich dachte wirklich, meine letzten Tage würden einfach nur nervig werden). Nach dem großartigen Wochenende folgten drei mindestens genauso großartige Tage, an denen ich zusätzlich so viel Englisch wie in den vergangenen zwei Wochen zusammen gesprochen habe. Klar durfte ich bisschen Taxi spielen, da Natasha (die Mutter) und die anderen keinen Mietwagen hatten.

Somit fuhr ich sie dann zum einkaufen, zum Flohmarkt (da wollte ich aber ohnehin nochmal paar Sachen besorgen), zum Raw Earth Spa (neben Queen of Hearts) wo Mutter und Tochter sich massieren ließen und ich mir im Anschluss eine Pediküre gönnte :D Für das Rumkutschieren lud mich Natasha dann Dienstag Abend zum Abendessen mit anderen Freunden und Familienmitgliedern, die in der Armadale Lodge (nicht weit von uns entfernt) übernachteten, ein. Das Curry war so unfassbar lecker! Nach Tagen fast ausschließlichen Obst und Muriwo essens tat das sooo gut :D Irgendwie schien die Lodge auch nur von Vanessas 50ten Gästen bewohnt zu sein, da wir den Garten komplett für uns hatten. Gegen 12 fuhren wir dann heim, wo Natasha dann direkt ins Bett ging und ich noch den anderen im Cottage quatschte und Musik hörte.

Mittwoch nachmittag kam dann ohne Ankündigung meine Gastfamilie an. Ich half ausräumen, bisschen auspacken und Abends ging es dann noch mit den Engländern ins Tin Roof, ein Restaurant/Pub/Bar, was ziemlich cool war und wo wir noch andere der Geburtstagscrew trafen. Ich war bisschen enttäuscht, dass mir meine Gasteltern mir die ganze Zeit solche Locations „vorenthalten“ hatten, denn diese Bar war wirklich richtig cool.

Drittens:

Und schwups die wups war dann auch schon Tag der Abreise. Vormittags fuhr ich noch mal schnell ein paar Sachen einkaufen und ein Päckchen von meiner Oma bei der Post abholen. Die Benachrichtigung über das Eintreffen des Päckchens wurde morgens eingeworfen – was ein Glück! Gerade noch rechtzeitig (wie das erste Päckchen hatte nun auch dieses 4 Wochen von Frankfurt nach Harare gebraucht). Natasha und die anderen wurden dann um 12 abgeholt, da ihr Flug nachmittags ging. Nachdem ich Ricky dann seine verspätete Osterschokolade gegeben hatte und Briarley und Jumbo (meine Gasteltern) als Dankeschön für alles eine Flasche Gin (wurde am Zambezi River und in Karina zahlreich konsumiert, daher erschien mir das am Passendsten haha) bekommen hatten, fuhr Briarley (meine Gastmutter) mich dann um 16 Uhr zum Flughafen (Abflug 18:40Uhr).

Einchecken ging ganz fix, Verabschieden dauerte ein bisschen länger. Die Autofahrt sowie das Verabschieden war wirklich noch sehr schön und sogar ein wenig emotional, auch wenn ich die Tage zuvor echt nicht so viel mit meiner Gastmutter gemacht habe. Nach 8 Wochen wächst man sich halt doch ans Herz, egal in welcher Hinsicht. Und ehe ich mich versah, saß ich auch schon im Flieger nach Frankfurt (bzw. erstmal Dubai). Der Flug verlief ohne weitere Probleme, außer dass ich mit einer 15 minütigen Verspätung am nächsten Tag in Frankfurt ankam (mecker mecker).

Viertens:

Netterweise hatte ich auch einen angenehmen Uni Start, da meine Montag-Dienstag Kurse alle erst nächste Woche beginnen oder ausgefallen sind. Somit habe ich am Montag dann erstmal einen Großeinkauf getätigt, mein Auto gewaschen, die Wohnung bisschen sortiert, im Englischen Garten die Sonne genossen, Dienstag bei Ikea und im Baumarkt verbracht (auf meinem Balkon versuche ich mich nun mit Urban Gardening – dazu bald ein separater Post) und joa, erst heute wieder Uni gehabt. Sonne und Regen, beides durfte ich auch schon miterleben – oh man ich vermisse die afrikanische Sonne jetzt schon.

Also aus den soeben genannten Gründen kam mein Lebenszeichen ein wenig verspätet, aber ich habe das Schreiben natürlich nicht vergessen. Außerdem endet dieser Blog ja nicht, nur weil mein kleines Afrika Abenteuer nun zu Ende ist. Der Sommer naht, und somit auch viele weitere Abenteuer. Bis dahin gibts Updates aus meinem Alltag :D Gedanken, Rezepte, Inspirationen etc. pp.

Bis bald,
Lxx